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CANNABIS, FÜHRERSCHEIN UND SPEICHELTESTS: OLIVER RABBAT AUF DER CANOKO 2025

Auf Einladung des Deutschen Hanfverbands war ich am 22. November 2025 erneut als Referent auf der Cannabis Normal! Konferenz in Berlin zu Gast.

Gemeinsam mit Daniel Budde von Dräger sprach ich in der Session „Führerschein & Speicheltests“ über die aktuelle Rechtslage, den praktischen Ablauf von Verkehrskontrollen und die weiterhin offenen Fragen bei Cannabis im Straßenverkehr. Die vollständige Aufzeichnung ist jetzt auf YouTube verfügbar. Programm und Referenten der CaNoKo 2025

CANNABIS IM STRASSENVERKEHR: WAS HAT SICH GEÄNDERT?

Seit der Teillegalisierung von Cannabis wurde auch das Straßenverkehrs- und Fahrerlaubnisrecht neu geregelt. Für Kraftfahrzeugführer gilt grundsätzlich ein gesetzlicher Grenzwert von 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum. Für Fahranfängerinnen und Fahranfänger in der Probezeit sowie für Personen unter 21 Jahren gelten strengere Vorgaben.

Die neue Rechtslage bedeutet jedoch nicht, dass Cannabiskonsum im Straßenverkehr ohne Folgen bleibt. Neben einem Bußgeldverfahren können weiterhin fahrerlaubnisrechtliche Maßnahmen folgen. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann die Fahrerlaubnisbehörde auch eine medizinisch-psychologische Untersuchung – kurz MPU – verlangen.

Die zentrale Botschaft der Session lautete deshalb:

Die Teillegalisierung von Cannabis schützt nicht automatisch vor einem Bußgeld, einem Fahrverbot oder Problemen mit der Fahrerlaubnis.

SPEICHELTESTS UND VERKEHRSKONTROLLEN

Ein weiterer Schwerpunkt waren Speicheltests als mögliche Alternative zu herkömmlichen Urintests.

Speicheltests können eher Hinweise auf einen zeitnahen Konsum liefern. Weiterhin offen sind jedoch Fragen zur praktischen Einführung, zu geeigneten Cut-off-Werten und zur Vergleichbarkeit unterschiedlicher Testsysteme. Maßgeblich für ein Bußgeldverfahren ist letztlich nicht das Ergebnis eines Vortests, sondern die Untersuchung der Blutprobe.

In der Praxis müssen Betroffene deshalb wissen:

  • Welche Angaben müssen bei einer Verkehrskontrolle gemacht werden?
  • Zu welchen Fragen darf geschwiegen werden?
  • Welche Bedeutung hat ein freiwilliger Vortest?
  • Wann kann eine Blutentnahme folgen?
  • Unter welchen Voraussetzungen drohen Fahrerlaubnismaßnahmen oder eine MPU?

DIE VIDEOAUFZEICHNUNG IST JETZT VERFÜGBAR

Die vollständige Session „Führerschein & Speicheltests“ wurde vom Deutschen Hanfverband veröffentlicht.

Im Video geht es unter anderem darum:

  • was sich beim THC-Grenzwert geändert hat,
  • welche Probleme bei Urin- und Speicheltests bestehen,
  • wie sich Betroffene während einer Verkehrskontrolle verhalten sollten,
  • wann Fahrerlaubnisbehörden tätig werden können,
  • unter welchen Voraussetzungen eine MPU angeordnet werden darf,
  • welche rechtlichen und praktischen Fehler in Verfahren auftreten können.

Video „CaNoKo25: Führerschein & Speicheltests“ auf YouTube ansehen

RESUME

Das Cannabisrecht hat sich verändert – die Risiken für die Fahrerlaubnis sind damit aber nicht verschwunden. Entscheidend bleibt, wie Polizei, Bußgeldstellen und Fahrerlaubnisbehörden die neuen Vorgaben im konkreten Einzelfall anwenden.
Wer nach einer Verkehrskontrolle eine Anhörung, einen Bußgeldbescheid oder Post von der Fahrerlaubnisbehörde erhält, sollte keine vorschnellen Angaben zum Konsum machen und die rechtliche Situation frühzeitig prüfen lassen.

Danke an Deutscher Hanfverband für die Einladung.